Die Neigung des Peter Rosegger

UA 2016, Schauspielhaus Graz


Szenenfoto Schauspielhaus Graz 2016, Florian Köhler u. Henriette Blumenau (c) Lupi Spuma

Schauspiel, Rowohlt Theaterverlag 2016 // uraufgeführt am 15. September 2016, Schauspielhaus Graz // Produktionsteam der Uraufführung // Regie: Nina Gühlstorff / Bühne und Kostüm: Marouscha Levy / Musik: Marcus Christoph Weberhofer, Johannes Fruhwirth, Lea Geisberger / Licht: Viktor Fellegi / Dramaturgie: Elisabeth Geyer / Ensemble: Florian Köhler, Evamaria Salcher, Nico Link, Susanne Konstanze Weber, Franz Xaver Zach, Henriette Blumenau


Auf dem Marktplatz einer österreichischen Kleinstadt hängt plötzlich der Heimatsegen schief. Die Statue des steirischen Dichterfürsten Peter Rosegger neigt sich gefährlich nach rechts. Die Bürgermeisterin fürchtet um die Sicherheit der Bürger, die Hauptstadt schickt einen Professor, der tektonische Verschiebungen europäischen Ausmaßes für die Schieflage verantwortlich macht. Wiesinger, Inhaber eines Familienunternehmens und großzügiger Förderer der Gemeinde, will vor allem Aufregung vermeiden, schließlich steht der Besuch einer UNESCO-Delegation an, die den Stadtkern zum Kulturerbe ernennen will. Das Standbild erweist sich derweil als labil: Nachdem es mit einem Kran gerade gerückt wurde, sackt es über Nacht erneut nach rechts... Die Neigung des Peter Rosegger ist eine Politsatire, die den allgegenwärtigen Rechtsruck in ein steinernes Sinnbild übersetzt und genüsslich in seine Einzelteile zerlegt. Rosegger (1843 – 1918) dient dabei als Lieferant eines widersprüchlichen Heimatbegriffs, wie er ihn in seinem literarischen Werk postuliert hat: ländliche Idylle und bescheidene Naturverbundenheit, aber auch Abschottung und Schutz gegen Bedrohungen von außen. (Text: Rowohlt Theaterverlag)


Trailer (c) Schauspielhaus Graz 2016


„Der Text des sprachlich potenten Schlierbachers ist eine launige bis anarchische Erörterung des Heimatbegriffs, verwebt aktuelle Gesellschaftspolitik mit germanistischen Erörterungen über die Ambivalenz des steirischen Heimatdichters aus der Waldheimat. Die Story rund um (klein)bürgerliche Verhaltensmuster in der Provinz hat eine starke weiß-grüne Schlagseite und stellt – um eine Vokabel aus der Fußballersprache zu verwenden – eine Steilpassvorlage dar.“ (Salzburger Nachrichten zur Uraufführung)

„Die Uraufführung in Graz bestätigt, dass Thomas Arzt mit heiklen Themen schonungslos, aber unverkrampft umgehen kann, dass er dem Volk sprachgewitzt aufs Maul schaut. Im Mittelpunkt steht der von Florian Köhler mit Feuereifer gespielte Bauunternehmer Paul Wiesinger, für den das Rosegger-Denkmal zum Lebensmittelpunkt geworden ist. Glänzend ist Henriette Blumenau als schrullige Archivarin Trost. Auch dieser Name spricht für sich. Bei Frau Trost sucht Herr Wiesinger in Literaturstunden Aufklärung und Erbauung zu Rosegger, aber auch ein bisschen Trost in allen seinen Neurosen – und am Ende sogar Liebe.“ (Die Presse zur Uraufführung)

„Bei Arzt gibt es kein Schwarz und Weiß, sondern die unendlich vielen Grautöne dazwischen, seine Methode ist nicht das Anprangern, vielmehr ein durchaus subtiles Warnen vor Nationalismus und Radikalisierung.“ (Kronen Zeitung zur Uraufführung)

„Ein Abend, der Lust auf mehr Arbeiten des Autors macht.“ (APA zur Uraufführung)


Szenenfoto Schauspielhaus Graz 2016, Susanne Konstanze Weber,
Evamaria Salcher, Nico Link, Florian Köhler (c) Lupi Spuma

Szenenfoto Schauspielhaus Graz 2016, Nico Link u. Franz Xaver Zach (c) Lupi Spuma


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