Die Verteidigung von Molln

UA 2019, Freie Theatergruppe Molln


Szenenfoto Theater Molln 2019, W. Eduard Sageder u. Sonja Wurzer (c) Jack Haijes

Volksstück im Dialekt, verfasst für die Theatergruppe >frei-wild< in Molln, Oberösterreich // uraufgeführt am 1. Juni 2019 im Nationalparkzentrum Molln // Regie und Bühne: Franz Strasser / Dramaturgie: Irma Paulis / Musik: Manfred Rußmann / Ensemble: 24 Spielerinnen und Spieler der Theatergruppe >frei-wild<


Thomas Arzt hat sich von der Legende der Heilige Barbara inspirieren lassen, in der von der Erfindung eines magischen Instruments erzählt – der Maultrommel. Entstanden ist ein zeitgenössisches Stück im oberösterreichischen Dialekt und die aberwitzige wie tief schürfende Geschichte einer Dorfgemeinschaft, die auf die Probe gestellt wird – von einer Fremden. Sie fällt auf der Flucht vor der Abschiebung samt Fallschirm sprichwörtlich aus dem Himmel, spricht wenig, aber kann unnachahmlich schön auf der Maultrommel spielen. Ihre Anwesenheit bringt das gewohnte Gefüge ins Wanken. In dieser heiteren bis bitterbösen Verteidigung von Molln steht nicht nur die je eigenen Position in puncto Migration auf dem Prüfstand, sondern vielmehr das verlorene Miteinander und das Leben am Land. Es geht um Einsamkeit im Alter. Angst vor Krankheit. Arbeitslosigkeit und beginnende Armut. Suche nach einer verbindenden Sprache. Alte Liebe, neue Eifersucht. Das alles bricht auf, weil jemand neu dazukommt. (Text: Theater Molln)


„Der Schlierbacher Dramatiker durchleuchtet die Alibis für Fremdenhass und räumt seinen Figuren Lernprozesse ein, die Türen zur Empathie aufbrechen und am Ende eine Front gegen den aus Wien angereisten Vollzugsbeamten ermöglichen. Arzt nennt ihn – nach dem Architekten des Überwachungsstaates – Metternich. "Gusch!", schreit ihm die am Ende vereinte Meute entgegen, aber erst ihr Maultrommelspiel bringt Lucy die Freiheit. Es ist eine Reminiszenz an die Mollner Legende von Barbara, die als Hexe verurteilt wurde, aber mit der Maultrommel die Herzen ihrer Henker betörte. Das ist so irr wie traditionell – auch Nestroy dirigierte seine Gesellschaftsanalysen mit haarsträubenden Wendungen zum Happy-End. Davor schaffen Autor, Regisseur und Ensemble das Kunststück, in zweieinhalb Stunden die Komplexität hermetischer Gesellschaften schlau und unterhaltsam zu erörtern. Die Dialoge kommen dem Volksmund abgelauscht im Dialekt daher. Musiker Manfred Rußmann brilliert mit Steirischer Harmonika, Zither, Gitarre, Klarinette und natürlich mit der Maultrommel, wenn er dem Stück einen feinen Klangteppich ausrollt. Das eigens komponierte >Moina Liad<, in dem er mit Arzt die Heimatliebe köstlich überhöht, hat regionales Hymnen-Potenzial.“ (Oberösterreichischen Nachrichten)

„Das Spiel um aktuelles Landleben und menschliche Solidarität kommt an. Nicht nur bei der Premieren-Kulturkritik sondern auch in den Herzen der Theaterbesucher. Bei nunmehr schon zehn (ausverkauften) Vorstellungen von Thomas Arzts Verteidigung von Molln feierte ein begeistertes Publikum dessen >Volksstück mit Musik<, die Inszenierung von Franz Strasser, die Musik von Manfred Rußmann und das groß aufspielende Laienschauspieler-Team des Theater >frei-wild<.“ (Bezirksrundschau zur Uraufführung)

„Alle Vorstellungen ausverkauft, Kritiken und Medien voll des Lobes und rund 1.400 Besucher begeistert.“ (TIPS zur Uraufführung)


Szenenfoto Theater Molln 2019, Ensemble (c) Jack Haijes

Szenenfoto Theater Molln 2019, Sonja Wurzer (c) Jack Haijes

Produktionsfoto Theater Molln 2019, Regisseur u. Autor (c) W. Eduard Sageder


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