In den Westen

UA 2013, Nationaltheater Mannheim


Szenenfoto Nationaltheater Mannheim 2013, David Müller u. Michaela Klamminger (c) Christian Kleiner

Schauspiel, Rowohlt Theaterverlag 2013 // uraufgeführt am 23. November 2013, Nationaltheater Mannheim // Produktionsteam der Uraufführung // Regie: Cilli Drexel / Bühne: Maren Greinke / Kostüme: Janine Werthmann / Musik: Till Rölle, Jörg Teichert / Video: Philipp Contag-Lada / Dramaturgie: Ingoh Brux / Ensemble: Katharina Hauter, Michaela Klamminger, Anke Schubert; Konstantin Lindhorst, David Müller, Sascha Tuxhorn sowie Alexandra Lehmler, Gary Fuhrmann, Garrelt, Jochen Welsch, Johannes Stange, Jörg Teichert, Igor Rudytskyy (Band)


Wenn daheim die Heimat zu einer rauen Gegend wird, dann wenden sich die Glückssucher und Verzweifelten gen Westen, die legendäre Himmelsrichtung, die eine bessere Zukunft verspricht. In einer öden Gegend hat sich eine Ersatzfamilie zusammengefunden, am Rand eines Dorfes, am Rand der Legalität. Es ist ein recht wilder Haufen, der sich zu seinem Anführer Sam erkoren hat, den alle Baby nennen und den sie gerade aus dem Gefängnis befreit haben. Doch Sam widersetzt sich der geplanten Flucht über die Berge. Spätestens seit seinem Gefängnisaufenthalt hält ihn das Bild eines erschossenen Cowboys in Bann. Und egal, ob es sich um eine Erinnerung aus der Kindheit, einen Heldenmythos oder ein Gespenst handelt: Sam verwandelt sich selbst zunehmend in den unbeugsamen einsamen Kämpfer. Den Glücksversprechen eines Neuanfangs glaubt er nicht mehr, eine Flucht hält er für feige, auch wenn an seinem Starrsinn die Gruppe zerbricht. Die Straße nach Westen führt bald in eine blutige Sackgasse, in der jeder für sich schauen muss, dass er durchkommt. (Text: Rowohlt Theaterverlag)


Trailer (c) Nationaltheater Mannheim 2013


„Die Nachfrage nach original österreichischer Antiheimatfolklore ist immer noch groß, vor allem wenn sie im Punk-Dirndl von Gewalt, Wahnsinn und einer poetisch aufgerüschten Kunstsprache daherkommt. In diese Marktlücke stößt Thomas Arzt. Der 30-jährige Oberösterreicher hat zwar erst zwei Stücke geschrieben, Grillenparz und Alpenvorland, aber schon einen Namen als stimmungsvoller >Heimatverdichter< erworben und etliche Preise und Stipendien eingeheimst. In seinem dritten Stück In den Westen setzt Arzt sich jetzt den Cowboyhut auf, um die Arbeits- und Perspektivlosigkeit im Osten ins Gewand einer blutigen Westernballade zu kleiden.“ (Badische Zeitung zur Uraufführung)

„Der österreichische Gegenwartsautor Thomas Arzt erzählt die triste Geschichte von drei männlichen und zwei weiblichen Verlierer-Typen. Trotz einiger Ungereimtheiten in der Handlung erhalten der 30 Jahre alte Autor und die Darsteller sehr viel Beifall. In der Inszenierung von Cilli Drexel leben die Protagonisten in der steirischen Provinz an der Grenze zu Kärnten und Slowenien. Die Jutestoff-Bühne (Maren Greinke) mutiert zwischen Wiese, Waldbehausung und Grabstätte. Die jungen Erwachsenen vom Kleinkriminellen bis zur Gelegenheitsprostituierten machen ihre entvölkerte Heimat mit Schießübungen unsicher. Sie leben als Opfer von Strukturschwäche und der eigenen Perspektivlosigkeit in den Tag hinein. Als der nächste Winter naht, verlassen die letzten mobilen Menschen den Landstrich.“ (DPA zur Uraufführung)

„Den schiefen Ton des Stücks trifft Anke Schubert als Mutter Rose am besten, wenn sie mit handgestrickten Songs die Soulröhre gibt: amerikanelnder Alpenrock für Mannheim. Wer hätte gedacht, was für hybride Kulturen im österreichischen Heimatdrama stecken?“ (Theater heute zur Uraufführung)


Szenenfoto Nationaltheater Mannheim 2013, Anke Schubert mit Band (c) Christian Kleiner


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